Theaterabo: Rückmeldung einer Schülerin

Das Theaterabo beim Theater Basel bietet die Möglichkeit sich unglaublich faszinierende und wirklich packende Schauspiele anschauen zu gehen, wann immer man will. Ein paar bin ich, zusammen mit meiner Klasse und meinem Lehrer, anschauen gegangen. Folgende Schauspiele haben wir gesehen: Die Schwarze Spinne, Leonce und Lena, La Traviata, Amphitryon, Schwanensee, Die Dreigroschenoper, Der Spieler.

Meine Meinung zu jedem dieser Schauspiele

Die Schwarze Spinne: Das erste Schauspiel, welches wir anschauen gegangen sind, war Die Schwarze Spinne. Dazu hatte nur meine Klasse noch das Buch dazu gelesen von Jeremias Gotthelf. Die anderen Klassen konnten sich überraschen lassen, da sie die Geschichte ja noch nicht kannten wie wir. Das war mein zweites Theaterstück soweit und ich fand es wirklich hervorragend. Es hat sozusagen meine Lust am Theater erweckt, daher freute ich mich schon unglaublich auf das folgende Schauspiel.

In der Geschichte ging es um einen Teufelspakt, den eine Frau eines Bauern schliesst, um ihrem Ehemann und den anderen Männern des Dorfes zu helfen. Denn ein tyrannischer Adliger hatte ihnen befohlen, unverzüglich innerhalb eines Monates 100 Buchen auf einen Hügel zu transportieren. Dabei verspricht sie dem Teufel ein neugeborenes Kindlein. In der Geschichte kommt eine Geburt vor, bei welcher im Theaterstück das Baby durch einen Berner Zopf ersetzt wird, sowie auch so ziemlich alles andere. Ganz extrem war aber das Ende, wo der Regisseur sich noch einen kleinen Spass erlaubt hat. Die Schauspieler stürzten sich am Ende nämlich aufeinander und fingen an einander Brote in die Kleider zu stecken, wobei der eine, dem sie auch Brote reinsteckten die Pose von Jesus am Kreuz machte… Dies war nicht ganz dem Buch entsprechend, und ein Mann, erinnere ich mich noch, vor uns stand auf und ging, weil er so etwas jetzt weiss Gott nicht passend fand. Naja, sowas kann vorkommen, aber wir hatten Glück, denn das war das einzige Schauspiel, bei welchem wir so etwas erleben mussten. Die Schauspieler aber waren, mal ganz abgesehen von dieser Szene, wirklich hervorragend. Chapeau! Was ich auch noch besonders fand, war die Art, wie sie das Stück darstellten. Alles wurde auf einer riesigen, runden und einer ein wenig schräg stehenden Holzplatte gespielt, die sich das ganz Stück hindurch drehte. Manchmal stiegen die Schauspieler herunter und rannten um die Platte herum und dann stiegen sie wieder hoch. Das machte das Theaterstück auch für uns, die das Buch bereits gelesen hatten, immer noch so spannend zu schauen, als hätten wir nicht gewusst, was als nächstes kam.

Leonce und Lena: Dies war unser zweites Schauspiel. Wir konnten es kaum erwarten, denn das letzte war wirklich unglaublich toll gewesen, doch wir konnten nicht ahnen, welche Langeweile uns erwartete. Dieses Schauspiel schaffte es, uns tatsächlich fast zum Einschlafen zu bringen. Wenn ich mich nicht irre, dann war das bei den Theaterabo-Mitgliedern bis heute noch das unbeliebteste Schauspiel von allen. Man muss wirklich wach sein und den Sinn des Stückes verstehen können, um nicht müde zu werden beim Zusehen, denn alles ging so fürchterlich langsam vor sich. Ich will damit nicht sagen, dass es schlecht war, aber es gab bestimmt amüsantere Schauspiele als Leonce und Lena, zumindest für Schülerinnen und Schüler einer Sekundarklasse.

La Traviata: Nach der Geschichte mit Leonce und Lena waren einige schon ziemlich demotiviert, was das dritte Stück anbelangte. Es stellte sich aber heraus, dass La Traviata bei den Schülern eines der beliebtesten, wenn nicht sogar das beliebteste Theaterstück war. Mit reichlicher Abwechslung bereitete es uns wirklich Freude zuzuschauen. Ich persönlich habe dieses Stück wirklich besonders gefunden. Die Geschichte dieser Oper von Verdi ist sehr traurig; Eine Frau, eine Prostituierte um genauer zu sein, hat sich noch nie verliebt und kaum findet sie ihre grosse Liebe, lehnt sie diese, auf Wunsch des Vaters ihres Freundes, schlussendlich ab. Erst einige Minuten vor ihrem Tod kommen sie zusammen. Eine echt tragische Geschichte, meines Erachtens, aber wirklich wunderschön dargestellt. Die Schauspieler waren entzückend und nun wirklich höchst begabt. Sie haben die ganze Oper hindurch gespielt, als wäre das ihr eigenes Leben, was sie und da veranschaulichen. Die Bühne war mit riesigen Spiegeln versehen, was die ganze Bühne umso spannender zu betrachten machte. Im Ganzen war das Stück einfach grandios.

Amphitryon: Dieses Schauspiel hat uns nun wirklich zutiefst überzeugt. Wir hatten vorher schon ein bisschen über seine spezielle Art gehört, aber am Ende machte uns das gar nicht viel aus. Es war zwar ein bisschen gewagt, im perversen Sinne, hat uns aber trotzdem einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen. Wir waren an diesem Abend wirklich froh, dass wir wieder einmal ein echt spannendes und abwechslungsreiches Stück erleben konnten. Dieses Stück zählt immer noch zu des beliebtesten unter den Schülern zusammen mit der Traviata.

Schwanensee: Schwanensee hier, Schwanensee dort – alle kennen es. Aber nein, diesmal nicht das klassische Ballett sondern eine abgeänderte Version davon. Auf eine Art und Weise lustig und nicht ganz traditionell, es gab auch keine Tänzerinnen, die auf ihren Zehenspitzen tanzten. Dafür gab es Männer in Tutus. Nicht bei allen ist es so gut angekommen, aber dennoch ein echt spektakuläres Stück, das hier aufgeführt wurde. Meiner Meinung nach nicht das beste Theaterstück von allen, aber sicherlich nicht schlecht – das auf gar keinen Fall.

Die Dreigroschenoper: Wir hatte den Tag zuvor die Möglichkeit eine Theaterführung zu machen. Diese war freiwillig und es sind nicht alle gekommen. Die, die jedoch kamen, konnten sich am Ende der Führung noch das Bühnenbild der Dreigroschenoper im Voraus anschauen. Ich muss sagen, das Bühnenbild war wirklich grossartig und hatte viele Details. Die Bühne bestand auch hier, wie bei der Schwarzen Spinne, aus einer riesigen Scheibe. Diesmal aber viel, viel grösser. Die ganze Landschaft und alles andere war auf dieser Platte, die sich übrigens ständig drehte, aufgebaut.  

In der Geschichte handelt es sich um einen Bettler, dessen Tochter von einem Gangster namens Macheath verführt wird. Der Bettler will den Macheath dafür an den Galgen bringen, doch als es fast soweit war, sprach man ihn in letzter Sekunden noch frei. Ich finde, dass das Stück im Ganzen echt super war, aber vielleicht nicht ganz meinem Geschmack entsprach. Meinen Mitschülern hat es anscheinend noch viel mehr gefallen als mir, daher würde ich nicht behaupten wollen, dass es in irgendeiner Hinsicht schlecht war. Es gibt eine Szene, die kennt glaub jeder, und die geht:

"Und der Haifisch, der hat Zähne
Und die trägt er im Gesicht
Und Macheath, der hat ein Messer
Doch das Messer sieht man nicht."

Das ist die berühmteste Szene aus der ganzen Dreigroschenoper, die eigentlich mehr ein Schauspiel ist, als eine Oper.

Der Spieler: Bei dieser Oper geht es um einen General, der sein ganzes Geld im Casino beim Roulette spielen verloren hat. Seine Tante hat ein ganzes Vermögen und dieses möchte er erben und hofft daher auf ihren Tod. Doch bevor er es überhaupt erben kann, stattet sie ihm einem Besuch ab und erfährt davon. Jetzt möchte sie selbst auch einmal Roulette versuchen, wobei sie einen grossen Teil ihres Vermögens verspielt.

Die Bühne ist sehr bunt und man sieht manchmal auch Gesichter, welche an die Wand projiziert werden. Die Bühne besteht aus einem grossen, mehrstöckigen Haus, welches senkrecht zerschnitten ist, so dass man vom Publikum aus direkt hineinschauen kann.

Das Stück an sich hat mich persönlich nicht sehr angeregt, da ich an diesem ganzen Casino-Zeug überhaupt nicht interessiert bin. Andere fanden die Bühne und einige Schauspieler sehr attraktiv. Und wiederum andere fanden die ganze Geschichte spannend. Wir waren uns hier als Theaterabo-Mitglieder wirklich überhaupt nicht einig. Ein paar mochten es, ein paar nicht. Mir selbst gefiel es nicht sehr.

Mit diesem russischen Stück ging unser gemeinsames Theaterabo dann zu Ende.

Die Theaterführung

Wie bereits erwähnt, haben wir ja eine Theaterführung gemacht. Wir wurden von der Theaterpädagogin Anja Schoedl durch das ganze Theaterhaus geführt. Dabei haben wir zuerst beim Eingang auf den Treppen ein Klassenfoto gemacht und sind dann rassig die Treppe hoch zu den Kostümen. Wir konnten zwar keine Kleider anprobieren, aber wir durften alle anfassen und uns umschauen. Danach sind wir wieder runter und gleich mit dem grössten Warenlift Europas in den unteren Bereich des Theaters gefahren. Unten angekommen haben wir uns Requisiten für einige Schauspiele angeschaut, wie auch Bühnenteile und die Werkstätte, in denen all das hergestellt wird, was wir uns eben angeschaut hatten. Später sind wir noch hinter den Kulissen gewesen und konnten die Bühne vom Blickpunkt der Schauspieler aus betrachten. Gleich darauf sind wir noch durch den unterirdischen Gang spaziert, der vom Theater zum Schauspielhaus führt. Das war dann eigentlich schon der Schluss der Führung. Wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Schoedl dafür.

Tamara Pirini Casadei 4Pa (SJ 2017/2018)

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